16.2. Dienstag Tag 6

Dienstag war mein absoluter Kurzfilmtag.

Ich habe alle zwei Kurzfilmblöcke im Babylonkino in Generation 14Plus gesehen.

Block 1 war mit Abstand besser, meiner Meinung nach, Block zwei hat sich am Ende eher etwas gezogen.

Hier die Filme:

I’m Here – Nach ‚Wo die wilden Kerle wohnen‘ hat er diesen Kurzfilm gemacht-immerhin der Hauptdarsteller war da. Roboter, wir lieben euch!!!

Mi otra mitad – magnetische Liebe mit dem Hauptdarsteller aus Unmade Beds.

Siemiany – die Entdeckung der Sexualität mit homoerotischen Zwischentönen in einer konservativen Kleinstadt (Interview!)

Redemption – manches endet tödlich, trotz echter Liebe.

Corduroy – Selbstmord funktioniert nicht immer.

Poi Dogs – der war vielleicht spaßig, und Liebe war wieder das Thema

Dann Block 2:

Juzipi de wendu – Geschichte eines Mädchens und ihres Leidens, schöne Landschaft aber etwas schwer verständlich.

Zero – Gewalt, die nicht wirklich weiterbringt, gerade, wenn der Vater im Knast sitzt.

Älä kuiskaa ystävän suuhun – misslungene Liebesmüh und zerbrochenes Glas- vorwärts und rückwärts.

Az Bad Beporsid – Kurzdrama, dessen Ende wir uns alle denken können, der Wind bringt den Tod.

Megaheavy – der erste Sex in den 80ern und die erste Zigarette mit jeder Menge Metal.

Ønskebørn – 10 Jahre nach dem Krieg, ein Theaterstück ohne Folgen.

Un danach hab ich noch einen sehr guten Film um 19:30 gesehen:

Sebbe

Gleich vorweg, der Schluß hat mir nicht gefallen, auch wenn er fast poetische Züge hatte.

Sebastian lebt mit seiner Mutter irgendwo in einem Hochhaus und kommt nicht wirklich über den Verlust des VAters hinweg.

In der Schule wird er gemobbt und mißbraucht, zu Intimitäten mit einem Mitschüler gezwungen.

Seine Freiheit findet er beim Basteln und Schrauben in seinem Timmer, mit defekten Dingen vom Schrottplatz, die er zu neuem umbaut.

So wird aus der Motorsäge ein Antrieb für sein Fahrrad.

Viele kleine Details stecken in der AUsstattung und die Darsteller im Mittelpunkt, seine Mutter und er agieren häufig mit Mimik, gleichzeitig passen auch Dialoge und Ausbrüche.

Ein wenig spannung kommt auch auf und die Hilflosigkeit der eigenen Situation gegenüber wirkt real und deswegen nachvollziehbar.

Die Komik liegt manchmal in Dingen, die mißlingen und die Hilflosigkeit umso spürbarer machen, die Mutter wird auf der Straße beim Zeitungsaustragen zusammengeschlagen, der Sohn in der Schule und beide schweigen darüber.

Eine Geschichte, die eigentlich nur in der Katastrophe enden dürfte, die aber zum Glück ausbleibt.

Sehenswert. Vielleicht der Gläserne Bär?

Zwischendurch mußte ich noch eben das Kinomagazin fertigschneiden und habs mitten im Berlinalepalast zu immerhin einer leise gesprochenen, fast flüsternden Moderation gebracht.

Auf den letzten Drücker kam sie noch im Sender übers Web an-Danke an Tobi aus der Musikredaktion, dass es noch geklappt hat.

Und ich freue mich, dass meine Kollegin Andrea da ist und auch schon ihren ersten Bericht in den Sender geschickt hat:) Unser typisches Berlinaleproblem ist eigentlich nur, dass wir bisher immer in so unterschiedlichen Filmen und Kinos und zu anderen zeiten unterwegs waren, so dass wir uns quasi nur per sms, Mail oder Telefon getroffen haben…o lala

Der Abend ist dann mit einigen Gesprächen und Interviews in der Lounge zuende gegangen.

Mittwoch heißt es Kurzfilme ab 12Uhr bei KPlus im Zoopalast und am Abend im Babylon meine einziger Film aus Kolumbien.

Zwischendurch sicher auch noch ein weiterer Streifen und wenn alls klappt der letzte Film Fucking Different São Paulo

zum Tagesabschluß.

Tja…den Fucking Different hab ich dann leider doch nicht geschafft.

Bis morgen

chris


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